Maker unknown

maker unknown – unbekannte*r Künstler*in; ist das nicht traurig, wenn wenig oder nichts über die Provenienz eines Quiltes bekannt ist?

dieser schöne Log Cabin Quilt ist irgendwann zwischen 1850 – 1875 entstanden und dokumentiert im amerikanischen Quilt Index .

die Besitzerin hat ihn für wenig Geld in einem Trödelladen gekauft. Wenigstens ist er durch den Quilt Index jetzt dokumentiert, aber wäre es nicht schön, etwas über die Quilterin und ihr Leben, die Umstände, in dem der Quilt entstanden ist, zu wissen?
Es wird immer wieder gepredigt, und wir alle wissen es – zumindest ein Label sollte jeder Quilt bekommen.
Ich mache das eigentlich – aber es ist auch schon vorgekommen, dass ich zu manchen Zeiten weder mich noch den Quilt wichtig genug genommen habe, um ein Label anzubringen.
Das passiert meist bei Quilts, die ich ‚einfach nur‘ nach Anleitung nachgearbeitet habe. Vielleicht wird es aber eines Tages eine Urgroßkind oder Urgroßnichte geben, die einen Quilt erben, den sie wunderschön finden und bei dem die Geschichte dahinter verloren gegangen ist.
Wünschen wir uns nicht auch manchmal, man hätte aufgeschrieben, was unsere älteren Verwandten von früher erzählt haben?

kurzer Sinn der langen Rede – angeregt durch die zahlreichen Unternehmungen zur Quiltdokumentation in den USA habe ich ein kleines Quilt-Dokumentationsblatt entwickelt, welches ich kürzlich noch einmal überarbeitet habe. Dort kann ich die wichtigsten Informationen zu einem Quilt notieren, im Idealfall noch ein Foto machen und einige Stoffe dazulegen.

Wer das auch tun möchte, darf sich gerne hier die Vorlage herunterladen.

liebe Grüße in den Tag, Doro

Binding nach Susan Cleveland

Susan Cleveland ist vor allem durch ihre modernen Interpretationen des ‚Dresden Plate‘ bekannt. Und durch ihre ansteckende Fröhlichkeit.
Vor einiger Zeit habe ich einen Tipp von ihr gelesen, den ich bei meinem neuen Quilt jetzt ausprobiert habe:

-Üblicherweise schneiden wir nach dem Quilten ja die Ränder des Quilts sauber ab.

-Nun habe ich nicht abgeschnitten, sondern am Lineal entlang eine gerade Linie gezogen.

-An dieser Linie wird das Binding nun angelegt und genäht.

-Erst nachdem das Binding angenäht und geschlossen ist, wird begradigt, der Rand des Bindings dient dabei als Anhalt.

Diese Methode hat mich wirklich überzeugt und ich werde es künftig immer so machen!

  • Der Quilt zieht weniger nach links.
  • Man erfasst den Stoff des Randes komplett und dieser liegt flacher. Das Batting ist hier aus Bambus, bei einem voluminöserem Batting ist der Effekt sicher noch viel deutlicher.
  • Man durchschneidet die Quiltlinien erst, wenn das Binding angenäht ist und es trennen sich keine Stiche auf.
  • Der Rand ist sauber gefüllt mit den 3 Lagen des Quilts sowie den Nahtzugaben des Bindings.

Fettes oder langes Viertel?

eine häufige Größenbezeichnung in Patchworkanleitungen ist das ‚fat quarter‘. In den Patchworkgeschäften findet man oft so kleine Bündelchen mit zusammenpassenden ‚Fat Quartern‘, meist niedlich gebunden und neben der Kasse angeordnet.

Wahrscheinlich haben wir alle eine hübschen kleinen Stapel von FQs in unserem Stofflager!

Manchmal möchte man aber aus einem vorhandenen Stoff einen FatQuarter schneiden, beispielsweise für eine Stofftauschaktion im Onlineforum oder als Mitbringsel fürs nächste Nähtreffen bei der Freundin.

Zur Veranschaulichung habe ich in EQ8 eine kleine Übersicht erstellt:

ein Yard sind 36 Inch und entsprechen 91,44 Zentimetern. Wenn ich genau einen Meter Stoff habe, teile ich ihn getrost in Viertel, dann ist der Quarter halt 18-komma-irgendwas-inch. Allerdings habe ich fast nie ‚genau‘ einen Meter, oder ein Yard, dann messe ich 18“ über die Breite und teile das Stück in der Mitte.