Befreiungshalle Kelheim

ich war noch nie in Kelheim, aber jemand von der Patchworkgilde war. Das Bild von dem Marmorfussboden in der Befreiungshalle MUSSTE natürlich in Patchwork umgesetzt werden. Genäht auf Papier liesse sich dieser Quilt sogar recht einfach umsetzen, wobei ich auf jeden Fall die Methode des ‚rippless paper piecings‘ bevorzugen würde.

Kelheim – Interpretation eines Fussbodenmusters aus der Befreiungshalle

der folgende Entwurf ist näher am Original, der ließe sich per Hand über EPP Schablonen gut nähen.

EQ8 Spezialitäten

ein neues Kursformat

es gibt etwas Neues beim Textilmosaik!
Die individuellen Einzelstunden mit meinen Schülerinnen (bislang kein Grund zum Gendern) machen uns sehr viel Freude, und die möchte ich auch unbedingt beibehalten.
Nun gibt es aber Themen, die einerseits so speziell sind, dass kaum jemand ‚von selbst‘ auf die Idee kommt, mich danach zu fragen. Andererseits sind diese Themen als Lektion aufbereitet recht kurz, und manchmal auch einfach, so dass sie sich in den Rahmen des Einzelunterrichtes nicht gut einfügen lassen.

Deshalb habe ich dafür das Kursformat EQ8 Spezialitäten entwickelt.
Diese Kurse unterrichte ich in Kleingruppen zu max. 4 Personen, mit genügend Zeit, die Schritte direkt im Kursus nachzuvollziehen, und die Ergebnisse zu besprechen. Ein Kurs dauert in der Regel so 1,5 bis 2 Stunden.

Der erste Kurs dieser Art behandelt das spannende Thema Tessilationen. Auf Basis dieser Methode lassen sich dann Quilts gestalten, die sich nicht mehr streng am Blocklayout orientieren, aber den Aufbau der klassischen Blöcke nicht unbedingt aufgeben müssen.
Näheres zu diesem Kurs findet ihr hier

ein Puzzleteil ist ein gutes Beispiel für eine Tessilation

Als weitere Themen sind das Thema ‚Bargello‘ sowie ein ‚etwas anderer‘ Anfängerkurs geplant. Lasst Euch überraschen!

Maker unknown

maker unknown – unbekannte*r Künstler*in; ist das nicht traurig, wenn wenig oder nichts über die Provenienz eines Quiltes bekannt ist?

dieser schöne Log Cabin Quilt ist irgendwann zwischen 1850 – 1875 entstanden und dokumentiert im amerikanischen Quilt Index .

die Besitzerin hat ihn für wenig Geld in einem Trödelladen gekauft. Wenigstens ist er durch den Quilt Index jetzt dokumentiert, aber wäre es nicht schön, etwas über die Quilterin und ihr Leben, die Umstände, in dem der Quilt entstanden ist, zu wissen?
Es wird immer wieder gepredigt, und wir alle wissen es – zumindest ein Label sollte jeder Quilt bekommen.
Ich mache das eigentlich – aber es ist auch schon vorgekommen, dass ich zu manchen Zeiten weder mich noch den Quilt wichtig genug genommen habe, um ein Label anzubringen.
Das passiert meist bei Quilts, die ich ‚einfach nur‘ nach Anleitung nachgearbeitet habe. Vielleicht wird es aber eines Tages eine Urgroßkind oder Urgroßnichte geben, die einen Quilt erben, den sie wunderschön finden und bei dem die Geschichte dahinter verloren gegangen ist.
Wünschen wir uns nicht auch manchmal, man hätte aufgeschrieben, was unsere älteren Verwandten von früher erzählt haben?

kurzer Sinn der langen Rede – angeregt durch die zahlreichen Unternehmungen zur Quiltdokumentation in den USA habe ich ein kleines Quilt-Dokumentationsblatt entwickelt, welches ich kürzlich noch einmal überarbeitet habe. Dort kann ich die wichtigsten Informationen zu einem Quilt notieren, im Idealfall noch ein Foto machen und einige Stoffe dazulegen.

Wer das auch tun möchte, darf sich gerne hier die Vorlage herunterladen.

liebe Grüße in den Tag, Doro

Handquilten

diesen Quilt habe ich 2019 entworfen und genäht, weil ich gerne wieder etwas mit der Hand quilten wollte. Daher hat der Quilt große ungepatchte Flächen, auf denen sich gut Muster quilten lassen.

Die Quiltmuster habe ich in EQ8 gezeichnet, teilweise abgewandelte Muster aus der Bibliothek, teilweise selbst entworfen. Dieses hier ist einer schmiedeeisernen Tür aus dem Jugendstil nachempfunden.

Aus EQ8 heraus lässt sich die Größe der Stencils ja der tatsächlichen Blockgröße anpassen. Die Fläche für dieses Muster ist 6.25×18.75 inch groß, ein Stencil in der Größe 6.25×6.25 passt also drei mal nebeneinander. Das könnte man so nicht kaufen.
Hergestellt habe ich das Stencil gewissermaßen analog und mit Bordmitteln. Das Motiv ausgedruckt, auf Stencilplastik übertragen und mit einem Hobby-Lötkolben ausgebrannt. Wunderschön ist es nicht geworden, aber es erfüllt seinen Zweck.
Schwierigkeiten hatte ich jedoch, das Muster auf das Top zu übertragen. Auf den gemusterten Stoffen waren meine Striche kaum zu sehen, und ich brauche gut sichtbare Linien!
Gelöst habe ich das Problem dann etwas brachial mit Gelmarkern in Silbern und Gold. Die sind so sichtbar, man sieht sie sogar auf dem Foto. Nach dem Quilten sind sie dann von selbst fast verschwunden, der Rest lässt sich ausreiben.



Binding nach Susan Cleveland

Susan Cleveland ist vor allem durch ihre modernen Interpretationen des ‚Dresden Plate‘ bekannt. Und durch ihre ansteckende Fröhlichkeit.
Vor einiger Zeit habe ich einen Tipp von ihr gelesen, den ich bei meinem neuen Quilt jetzt ausprobiert habe:

-Üblicherweise schneiden wir nach dem Quilten ja die Ränder des Quilts sauber ab.

-Nun habe ich nicht abgeschnitten, sondern am Lineal entlang eine gerade Linie gezogen.

-An dieser Linie wird das Binding nun angelegt und genäht.

-Erst nachdem das Binding angenäht und geschlossen ist, wird begradigt, der Rand des Bindings dient dabei als Anhalt.

Diese Methode hat mich wirklich überzeugt und ich werde es künftig immer so machen!

  • Der Quilt zieht weniger nach links.
  • Man erfasst den Stoff des Randes komplett und dieser liegt flacher. Das Batting ist hier aus Bambus, bei einem voluminöserem Batting ist der Effekt sicher noch viel deutlicher.
  • Man durchschneidet die Quiltlinien erst, wenn das Binding angenäht ist und es trennen sich keine Stiche auf.
  • Der Rand ist sauber gefüllt mit den 3 Lagen des Quilts sowie den Nahtzugaben des Bindings.

Puzzle Quilt und andere Tessilationen

Mit Kari Schell haben wir im Mai präzise gezeichnete Grundformen als Applikationen geübt. Ich habe mich an Tessilationen, also Kachelungen versucht. Als Kachelungen werden Muster bezeichnet, die ohne Lücken ineinander passen. Ein klassisches Patchworkmotiv ist beispielsweise das Clamshell-Muster.

Bei diesem Muster denke ich immer ‚altmodisch‘, deshalb habe ich für diesen Entwurf kleine Blumenmuster aus der EQ8 Bibliothek ausgewählt.

Wenn man, wie ich, kein gutes räumliches Vorstellungsvermögen hat, ist das Zeichnen von Tessilationen nicht so leicht, obwohl das Prinzip eigentlich einfach ist. Was man an einer Seite wegnimmt, muss an der gegenüberliegenden wieder angefügt werden. Oder so.

Gut gefällt mir mein Puzzle Quilt. Der Vorteil bei Applikationen ist, dass wir nicht an ein Blockformat gebunden sind sondern frei spielen können.


Für die Landschaft habe ich ein eigenes Foto importiert und dann als Stoff hinzugefügt. In den Fabric Tools zeigt EQ8 immer die linke obere Ecke des Stoffes an, was bei großen Mustern oder Panels irritieren kann. In diesem Fall sah ich zunächst nur Hellblau – mittels FussyCutting werden die Stoffe dann passend hin und hergeschoben.

Pink overload

rosa, rosa, Lieblingsfarbe rosa!
Wir haben Gäste aus der Ukraine. In unser kleines Gästeappartement ist eine Mutti mit 13 jähriger Tochter eingezogen. Beide habe ich gleich in mein Herz geschlossen, die Verständigung klappt ganz gut auf englisch. Das junge Mädchen geht hier noch nicht zur Schule, hat aber durchgehend online Unterricht, so wie es zu Hause wegen Corona auch schon seit längerem so war. Alle Schulbücher hat sie digital auf ihrem kleinen Tablet. Viele Länder sind Deutschland mit der Digitalisierung in den Schulen wirklich weit voraus.

Die Lieblingsfarbe des Mädchens ist (natürlich) rosa, und ich nähe ihr als Willkommensgeschenk einen Kuschelquilt in Rosatönen.
Damit es ein Willkommens- und kein Abschiedsgeschenk wird, soll es zügig gehen – ein weiterer Grund, weshalb ich EQ8 so liebe. Ein einfaches Layout zur Übersicht kann in wenigen Minuten erstellt werden. Hier mein Entwurf mit einem Herzblock aus der Bibliothek und einem Layout durch die Symmetriefunktion. Die Breite der Zwischenstreifen und des Randes einfach mit Augenmaß. Der Block lässt sich mit PaperPiecing in einem Stück nähen, er hat die Größe von 7.75 inch. Warum so eine komische Größe? Ganz pragmatisch – so passt die Vorlage auf eine Seite meines Freezer Papers. Ich nähe mit der Methode ‚Paper Piecing ohne Reissen‘, also nicht nähen durch das Papier, sondern neben dem Papier. Eine sehr gute Anleitung dieser Methode findet Ihr hier.

Hearts for Nica – Entwurf in EQ8

Herzen für die Ukraine

Mir fehlen die Worte, um meine Gedanken und Gefühle angesichts des Krieges in der Ukraine angemessen auszudrücken.

Außer Geld zu spenden , schaue ich aufmerksam, welche realen Hilfsaktionen es in meinem Bundesland gibt und werde mich aktiv beteiligen, sobald es da Aktionen gibt.
Aktiv beteiligen können wir Quilter*Innen uns auch an der Aktion von Claudia Pfeil. Patchworkblöcke in der Größe 8,5×8,5“ nähen und an Claudia schicken!

Bei Kari Schell arbeiten wir ja noch an dem zweiten Teil der Februar-Challenge. Alle, die einen Block eingereicht haben, bekamen von ihr eine EQ8 Datei mit allen Blöcken.
Es ging jetzt darum, mit diesen Blöcken einen Quilt zu entwerfen. Eigentlich ja nicht überraschend, oder?
Für meinen Quilt habe ich mir vorgestellt, dass wir alle an einem Herz-Swap teilgenommen haben und bei mir nun viele dicke Briefe aus vielen Teilen der Welt eingetroffen sind. Bei einem Swap ist es ja Ehrensache, alle Blöcke im Quilt zu verarbeiten. Seit langem steht das Buch ‚Smashing Sets‘ von Margaret Miller in meinem Schrank und ich habe mich von den tollen Ideen inspirieren lassen.

Aus aktuellem Anlass ist der Hintergrund gelb/blau in den Landesfarben der Ukraine.

ein Quilt mit Herzen und den Landesfarben der Ukraine
Herzen für die Ukraine